Masaaki's Blog
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Tomb Raider Zum dritten Mal habe ich nun Tomb Raider durchgespielt. Und ich bin immer noch überzeugt von dem Spiel. Mit Tomb Raider verband ich immer eine ziemlich knapp bekleidete Dame mit üppiger Oberweite, die mit diversen klein- und großkalibrigen Waffen durch Ruinen an den Ärschen der Welt stapft. An sich schon ein skurriles Szenario. Bis dato hieß es immer: Lara Croft vs. Kannibalen, Lara vs. fiese Schläger, Lara vs. Makak-Affen. Eidos erzählt nun die Anfänge dieser legendären Figur. (Das erinnert mich an James Bond; der neueste Teil ist auch der chronologisch erste und erzählt die Geschichte düsterer und weit ernster als die frühen Schinken.) Der neueste Teil ist der chronologisch erste. Hier lernen wir Lara Croft als süße, schüchterne Archäologiestudentin kennen, die zusammen mit ihrem Prof und Freunden während ihrer Feldforschung auf einer mysteriösen Insel strandet. Mit nicht viel mehr als ihren Händen befreit sich Lara anfangs aus einer blut- und schädelstrotzenden Höhle, wobei sie nach kurzer Zeit bereits ihre erste Knobeleinlage absolviert (Tomb Raider bleibt Tomb Raider). Als die Höhle einzustürzen droht, werden wir mit einem komplett unerwarteten Spiel-Feature konfrontiert: Jump-and-Run. Hier müssen wir nun nicht Puzzles lösen oder Gegner umnieten, sondern in aufwendig animierten Szenen Sprünge rechtzeitig timen, beim plötzlichen Abrutschen schnell einen Knopf drücken, uns mit einen flotten Tastenkombination aus den Fängen anhänglicher Gegner befreien. Endlich aus der Höhle entkommen, kommt das nächste Problem: Lara hat Hunger. Im nahen Wald findet Lara die erste von insgesamt fünf Waffen, einen Langbogen. Fünf ist nicht viel, aber die Waffen langweilen uns nicht, da wir ständig auf der Suche nach neuen Bauteilen sind, mit denen wir die Waffen Stück für Stück aufrüsten. So wird aus dem anfänglichen zusammengekleisterten Bogen zum Schluss ein mächtiger Komposit-Profibogen. Mit dem Bogen erledigt Lara ihr erstes Wild und sucht sich ein nettes Plätzchen am örtlichen Lagerfeuer. Diese Lagerfeuer sind ihre Hauptquartiere auf dem jeweiligen Kartenabschnitt. Hier verteilt sie Erfahrungspunkte, wertet Waffen auf und reist zu vorherigen Kartenabschnitten. Auf ihren Wegen stößt sie hin und wieder auf verborgene Gräber, die jetzt rein optional sind. Hier gehen wir hin, wenn uns der Sinn weniger nach Schießereien steht, sondern mehr nach ruhigen Puzzles. Als Belohnung gibt es dann eine üppige Menge Erfahrung und Waffenteile. Ein großes Lob muss ich Eidos für den Erzählstil aussprechen. Viel Zeit verbringen wir während des Spiels in Zwischensequenzen, in denen die Handlung vorangetrieben wird bzw. die Charaktere motiviert werden. Wir merken, wie Lara während des Abenteuers immer entschlossener wird, vor allem, wenn sie gerade noch ein Crewmitglied verloren hat. Camilla Luddington leiht Lara Croft ihre Stimme und muss ich für ihre Leistung besonders loben. Auch die anderen Synchronsprecher schaffen es, den Figuren Individualität zu verleihen. (In einer der unterhaltsamen Zwischensequenzen ruft der alte schottische Seebär: "I grew up in Glasgow!" und geht mit der Machete auf die Bösewichte los.) In allen Winkeln der Karte sind außerdem Tagebücher verstreut, die aus der Sicht der Crewmitglieder, der jetzigen oder früherer Inselbewohner die Charaktere beleuchten bzw. die Mysterien der Insel beschreiben. Auch das Leveldesign muss ich erwähnen. Lara streift durch verrottende Gräber, unberührte Wälder, verlassene Bergtempel, mittelalterliche japanische Dörfer und Schlösser, Wellblechslums, Weltkriegsbunker und Kähne. In jedem neuen Kartenabschnitt nahm ich mir Zeit die Szenerie zu bestaunen und innerlich mein nächstes Japanticket zu buchen. Fazit: Tomb Raider Genres: Action, Ego-Shooter, Jump-and-Run, Puzzle Schwierigkeit: Mittel 3G-Gewichtung: Geschichte 60%, Geschick 30%, Gemeinschaft 10% Stärken: Atmosphäre, Charaktere, Leveldesign Fazit: Ein Muss für Tomb Raider-Fans, eine klare Empfehlung für alle, die spannende Abenteuer/Action suchen. Randnotiz: Wie Zelda für Erwachsene. Ähnliche spannende Spiele: Auf jeden Fall "Deus Ex: Human Revolution" auch aus dem Hause Eidos, und hoffentlich bald deren nächster Titel "Dark Project".
geschrieben am 19.1.2014 um 20:52 aktualisiert am 1.2.2014 um 17:08
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